Fische zählen

Ausgangslage

Um ihre Lizenz zu erhalten, müssen Wasserkraftwerke regelmässig die «Fischgängigkeit» nachweisen; dass also die Fische trotz der Anlage wandern können. Weil ein Fischaufstieg durch die Turbinen eines Kraftwerks nicht möglich ist, gibt es sogenannten Fischaufstiegshilfen (Fischtreppen oder Umgehungsgewässer). Regelmässig muss kontrolliert und nachgewiesen werden, wie wirksam diese Hilfen sind. Deshalb müssen die Fische gezählt werden: Möglich ist dies, indem man die Fische in spezielle Zählbecken umleitet oder sie in Reusen fängt. Auch eine Zählung mit Videoaufnahmen bei den Aufstiegshilfen oder mit dem Einsatz von Biotelemetrie (RFID-Transponder, kurz PIT-Tag) ist möglich. Eine IoT-Lösung mit PIT-Tag-Methode soll deshalb installiert werden: Damit lassen sich viel differenziertere Aussagen über die Fischgängigkeit machen.

Lösung

Sensioty baut, installiert und betreut im Auftrag eines Umweltbüros PIT-Tag-Anlagen in der ganzen Schweiz. Aktuell sind an zehn verschiedenen Standorten 16 solche Anlagen im Einsatz. Jede Anlage besteht aus einem Lesegerät mit bis zu vier Antennen. Damit die Daten gesammelt werden können, werden die Fische – ähnlich wie Haustiere – gechippt. Dabei handelt sich um einen kleinen Eingriff am betäubten Fisch, den speziell ausgebildete Fachpersonen des Umweltbüros durchführen. Schwimmt danach ein Fisch durch die Anlage, registrieren die Antennen seinen Chip und senden die Daten an den Server. Somit lässt sich jederzeit in Echtzeit feststellen, welche Fische gerade in der Anlage sind. Die gesammelten Daten werden mittels Mobilfunknetz zur weiteren Auswertung direkt auf den Server des Umweltbüros übertragen. Niemand muss zur Anlage gehen, um die Daten abzulesen: Sie sind jederzeit verfügbar.

 

Kundennutzen

Mit der IoT-Lösung erhalten Kraftwerke mit geringem Aufwand und einfachem Aufbau wertvolle Daten zum Nachweis und Verbesserung der Fischgängigkeit. Es werden nicht nur diejenigen Fische erfasst, die einen Aufstieg erfolgreich bewältigen und passieren, sondern auch diejenigen, die zwar den Eingang finden, aber anschliessend nicht mehr weiterkommen und den Fischpass wieder verlassen. Zudem zeigt sich auch, welchen Eingang und Weg die Fische wählen. Bei mehreren Anlagen im selben Gewässer lässt sich so das Wanderverhalten der Fische genau nachvollziehen. Auch Vergleiche mit anderen Anlagen können einfach und schnell gezogen werden – und das zu jedem Zeitpunkt des Jahres.

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